Podiumsdiskussion: Der „Prager Frühling" 1968 und seine Folgen

2016-05-04

Am 2. Mai 2016 fand in den Räumlichkeiten der Botschaft der Tschechischen Republik in Österreich in Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung die Podiumsdiskussion zum Thema Der "Prager Frühling" 1968 und seine Folgen, Flüchtlinge, Exilorganisationen und Netzwerke in Österreich statt.

Der Einladung kamen folgende bedeutende Gäste nach: der deutsche Historiker Prof. Dr. Manfred Wilke, der Sohn von Alexander Dubček, Dr. med. Pavol Dubček, Charta 77 Unterzeichner und Vorsitzender des Tschechisch-Österreichischen Dialogforums Přemysl Janýr und Libor Rouček, der 1977 nach Österreich ins Exil ging und in den Jahren 2004-2014 Mitglied des Europäischen Parlaments war. Einführende Worte kamen vom Botschafter der Tschechischen Republik in Österreich Jan Sechter und von seinem slowakischen Kollegen Juraj Macháč. Die Diskussion wurde eröffnete mit dem Beitrag von Univ.-Prof. Dr. Stefan Karner, Leiter des Ludwig Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgen-Forschung.

Im August 1968 wurden die Reformversuche der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei unter Alexander Dubček durch eine Invasion der Truppen der Warschauer Paktstaaten gewaltsam niedergeschlagen. Zehntausende Tschechen und Slowaken flohen in den Westen. Österreich wurde für viele von ihnen zum Erstaufnahme- und Asylland. Tausende blieben für viele Jahre. Der Einmarsch, die militärische Bedrohung, Flucht und Exil standen im Mittelpunkt der Diskussion ebenso wie die Zusammenarbeit mit den österreichischen Behörden. Die einzelnen Schicksale illustrierten die Dramatik der Ereignisse und die private Erinnerungen und Erlebnisse der Teilnehmer bereicherten bedeutend die Diskussion.

Die Rückmeldung unserer Gäste war sehr positiv und wurde bestätigt durch die vielen Teilnehmer und die aktive Beteiligung an der Diskussion. Die Diskussion zeigte wiederum, dass das Erinnern an die bestimmten wichtigen Momente in unserer gemeinsamen Geschichte Sinn macht in Bezug auf unsere zukünftige Zusammenarbeit in Mitteleuropa.

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