Václav-Havel-Menschenrechtspreis 2017: Aufruf zu Bewerbungen / Václav Havel Human Rights Prize 2017: call for nominations

2017-02-27

Mit dem im Jahr 2013 geschaffenen Preis soll außergewöhnliches zivilgesellschaftliches Engagement zur Verteidigung der Menschenrechte in Europa und darüber hinaus gewürdigt werden. Die Bewerber müssen eine tatsächliche Verbesserung der Menschenrechtslage einer bestimmten Gruppe bewirkt, einen Beitrag zur Aufdeckung umfassender systematischer Verletzungen bestimmter Rechte geleistet oder erfolgreich die öffentliche Meinung oder die internationale Gemeinschaft für eine Angelegenheit mobilisiert haben.

„Der Schutz der Menschenrechte ist ein andauernder Kampf, bei dem Menschenrechtsaktivisten trotz Bedrängnis und Hindernissen auf ihrem Weg entschlossen vorangehen. Ihre täglichen Anstrengungen und ihr Einsatz für das Gemeinwohl verdienen Achtung und Anerkennung“, erklärte der Präsident der Versammlung, Pedro Agramunt.

Der Václav-Havel-Menschenrechtspreis, der am 9. Oktober 2017 in Straßburg verliehen wird, besteht aus einer Summe von 60,000€, einer Trophäe und einer Urkunde.

Er wurde erfolgreich an Ales Bialiatski (Weißrussland), Anar Mammadli (Aserbaidschan), Ludmilla Alexeeva (Russische Föderation), und letztes Jahr an die Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad (Irak) verliehen, die die Notlage der Yeziden, insbesondere die gezwungene sexuelle Versklavung und den Menschenhandel mit Frauen und Kindern, die vom IS gefangen genommen wurden, an vorderste Stelle der internationalen Aufmerksamkeit rückte.

Die Frist für die Bewerbungen ist am 30. April 2017. Die Bewerbungen müssen per Email zur Parlamentarischen Versammlung an die folgende Adresse: hrprize.pace@coe.int gesendet werden, unter Verwendung der Formulare, die auf der Website des Preises - http://website-pace.net/en_GB/web/apce/vaclav-havel-human-rights-prize - bereitgestellt sind. Diese sollten mindestens von fünf Förderern unterzeichnet und in Englisch oder Französisch übermittelt werden.

Der Preis

Der Václav-Havel-Menschenrechtspreis wird jedes Jahr von der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, gemeinsam mit der Václav-Havel-Bibliothek und der Stiftung Charta 77 verliehen, um herausragendes zivilgesellschaftliches Engagement zur Verteidigung der Menschenrechte in Europa und darüber hinaus zu würdigen.

Der Preis wird in Erinnerung an Václav Havel, den Dramatiker, Gegner des Totalitarismus, Architekten der Samtenen Revolution 1989, Präsidenten der Tschechoslowakei und der Tschechischen Republik und dauerhaftes Symbol des Widerstandes gegen den Despotismus, verliehen. Bewerbungen von Individuen, Nichtregierungsorganisationen oder Institutionen, die für die Verteidigung der Menschenrechte eintreten, werden berücksichtigt. Der Preis besteht aus einer Summe von 60,000€, einer Trophäe und einer Urkunde.

Am 25. März 2013 wurde der Václav-Havel-Menschenrechtspreis in Prag bei einer Zeremonie durch die Unterschrift der Kooperationsvereinbarung vom Präsidenten der Versammlung, Jean-Claude Mignon, der Direktorin der Václav-Havel-Bibliothek, Marta Smolíková, und dem Vorsitzenden des Hauptausschusses der Stiftung Charta 77, František Janouch, unter Anwesenheit des Tschechischen Außenministers Karel Schwarzenberg gegründet. Der Václav-Havel-Menschenrechtspreis ersetzt den Menschenrechtspreis der Parlamentarischen Versammlung, der 2007 gegründet wurde und alle zwei Jahre verliehen wurde. Das erste Mal ging der Preis 2009 an die „British Irish Human Rights Watch“ und 2011 an die russische NGO „Komitee gegen Folter“.


Fotocredit: Oldřich Škácha

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