Josef Ressel – der Mann, der die Schifffahrt revolutionierte

2016-09-21

Als Sohn deutschböhmischer Eltern, wurde Josef Ressel 1973 in Chrudim geboren. Eigentlich träumte er davon, Arzt zu werden, aber seine Eltern konnten sich das teure Studium nicht leisten. Schließlich bekam Ressel ein Stipendium von Kaiser Franz I., der seine Begabung erkannte, was ihm ermöglichte die Forstakademie Mariabrunn zu absolvieren.

In Kärnten, wo er tätig war, wurde er nach und nach sehr beliebt. Es gibt sogar eine Geschichte die Ressels Popularität bezeugen soll. Angeblich wurde er von Räubern überfallen und all seine Sachen gestohlen. Nur ein paar Tage später gaben ihm die Räuber aber alles wieder zurück, weil sie herausgefunden hatten, dass es Josef Ressel war, den sie bestohlen hatten.

Ressel reiste während seiner Tätigkeiten viel herum. Auβer Österreich, lebte er auch in Slowenien. 1821 wurde Josef Ressel zum kaiserlich-königlichen Marineforstintendanten der küstenländischen Domäneninspektion in Triest ernannt. Das Leben in der Hafenstadt war sehr wichtig für seine Zukunft. Hier hörte Ressel viele Geschichten über die Rolle des Winds während der Schifffahrt. Die Matrosen erzählten ihm von Segelschiffen, die sich wegen der Windstille mehrere Stunden nicht bewegen konnten. Ressel entschied sich, diese Situation zu ändern.

Mit der Hilfe der Archimedischen Schraube, die Leonardo Da Vinci im 16. Jahrhundert gezeichnet hatte, wollte Ressel eine Revolution im Schiffsverkehr veranlassen. Er überzeugte einen reichen Geschäftsmann seine Experimente zum Bau einer Schiffsschraube zu finanzieren. Die erste Fahrt von Ressels Schiff „Civetta“ schien ein großer Erfolg zu sein. Das Schiff fuhr schneller und stabiler als Segelschiffe. Jedoch ging leider während der Vorführung die Dampfmaschine, welche die Schiffsschraube antrieb, kaputt. Das Schiff „Civetta“ musste in den Hafen zurückkehren. Ressel verlor seinen Mäzen und durfte keine anderen Experimente mehr durchführen. Enttäuscht zog sich Ressel völlig zurück. Er arbeitete nun als Forstbeamter und bezeichnete sich selbst als „Förster ohne Wald“. Josef Ressel starb schlussendlich während einer Dienstreise in Laibach an Malaria.

Wie bei vielen anderen Genies, wurde Josef Ressels Leistung erst nach seinem Tod anerkannt. 1866 bestätigte die National Academy in Washington, dass Ressel der Erfinder der Schiffsschraube ist. In seiner Heimatstadt Chrudim wurde ihm zu Ehren ein Denkmal errichtet und ein Gymnasium nach ihm benannt. Seine Büste ist im Nationalmuseum in Prag ausgestellt. Weiters ist das Portrait von Josef Ressel auch auf tschechischen und slowenischen Briefmarken, sowie auf der österreichischen 500-Schilling-Banknote abgebildet.

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